| Vellahn, Mecklenburg-Vorpommern | ||
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Im 1194 erstmals genannten Vellahn, heute eine der größten Landgemeinden des Kreises Hagenow und Mittelpunkt eines sieben Dörfer umfassenden Kirchspiels, stand bis 1881 die älteste Dorfkirche Mecklenburgs, ein turmloser Feldsteinbau aus dem späten 12. Jahrhundert. Der auch kunstgeschichtlich bedeutende Bau war als Basilika geplant worden, doch hatte man nur das hohe Mittel- und das niedrigere nördliche Seitenschiff errichtet. |
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Für die große Gemeinde wurde von 1882—1885 der bestehende Backsteinbau nach Entwürfen des Landbaumeisters Hermann Schlosser unter Mitwirkung des namhaften Schweriner Architekten Theodor Kröger errichtet. Der Bau erhebt sich über einem kreuzförmigen Grundriss mit polygonal geschlossenem Chor, im Westen erhebt sich ein dreigeschossiger Turm mit achtseitigem Oberteil und weithin sichtbarem Spitzhelm. Der Außenbau weist reiche ornamentale Details auf, so einen umlaufenden Rundbogenfries und am Giebel des südlichen Querarms eine schöne Maßwerkrosette und reich ornamentierte Blenden. Ein Vierungsturm trägt zur Auflockerung des Umrisses bei. Ähnlich aufwendig ist die Ausgestaltung des Innern, wo Schlosser an die zahlreichen gotischen Kirchenbauten Mecklenburgs anknüpfte. Reiche Durchbildungen der Wände und die Einwölbung prägen das Bild des Gotteshauses, das dank der fast unverändert erhaltenen Ausstattung aus der Erbauungszeit zu den bedeutendsten Beispielen des neugotischen Kirchenbaues in Mecklenburg gehört. |
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Den Altar mit der in Spitzbogenfelder aufgelösten Rückwand schmücken Figuren des Gekreuzigten und der Evangelisten, die Kanzel mit ihrem durchbrochenen Schalldeckel und den Prospekt der Mehmel-Orgel pflanzliche Ornamente. Zum einheitlichen Raumbild tragen auch die Glasfenster im Chor mit Bildern der Christgeburt, der Verklärung und des Gebets Christi in Gethsemane (Abb. 4), die Ausmalung der Gewölbe, das Gestühl und die von Schmiedemeister Zahn aus Vellahn angefertigten Kronleuchter bei. |
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Einige wenige ältere Ausstattungsstücke, u. a. das nach 1615 für Jasper v. Lützow und Anna v. Bülow gesetzte Sandsteinepitaph mit den knienden Gestalten der Verstorbenen unter dem Kreuz und ein Kruzifix von 1744 im Chor belegen die historische Kontinuität dieses Gotteshauses, das wie seine Vorgänger zum Lobpreis des Allmächtigen und Segen der Gemeinde errichtet wurde.